Häh?  Einheimische Harze räuchern ohne Harze.

Das kann doch nur ein Schreibfehler sein!

Nein, ist es nicht.

Wenn wir Harz am Baum sammeln, gilt für mich eine ganz klare Regel: Frisches Harz bleibt dort, wo es hingehört. Der Baum braucht es, um Verletzungen zu verschließen und sich zu schützen. Wir sammeln ausschließlich trockenes Harz, das sich ganz leicht von selbst löst. Nichts wird abgekratzt, nichts gewaltsam abgebrochen.

Doch was, wenn wir gar nicht erst nach den klassischen Harztropfen am Stamm suchen?

Denn auch an Zapfen und ihren Schuppen können wir harziges Material entdecken. Und genau dort beginnt unsere kleine Entdeckungsreise zu heimischen Räucherstoffen.

Manchmal liegen die kleinen Schätze eben nicht dort, wo wir sie zuerst vermuten.

Was wir mit bloßem Auge leicht übersehen

Jetzt wird es interessant.

Denn wenn wir die Zapfen genauer betrachten, entdecken wir mitunter kleine Harzansammlungen, die uns bei einem flüchtigen Blick entgangen wären.

Ich habe einige Zapfen unter mein digitales Mikroskop gelegt. Die Aufnahmen zeigen, wie unterschiedlich das harzige Material aussehen kann.

Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, bekommt unter der Vergrößerung plötzlich eine ganz andere Präsenz. Strukturen werden sichtbar, Oberflächen wirken beinahe kristallin, und wir entdecken Details, die uns ohne technische Hilfe verborgen geblieben wären.

Ich mag solche Momente besonders. Sie erinnern mich daran, wie viel es zu entdecken gibt, wenn wir uns die Zeit nehmen, genauer hinzusehen.

Und nein, dafür braucht es nicht immer ein Mikroskop. Manchmal reicht es schon, einen Zapfen in die Hand zu nehmen und ihn bewusst zu betrachten.

Vom Zapfen zum Räucherwerk

Was machen wir nun mit unseren Fundstücken?

Zunächst einmal dürfen sie in Ruhe betrachtet werden. Welche Zapfen sind sauber und trocken? Wo entdecken wir harzige Bereiche? Welche Stücke duften besonders intensiv?

Geeignete, trockene Zapfen beziehungsweise Zapfenschuppen können, je nach Baumart und Beschaffenheit, eine interessante Grundlage für die eigene Räucherpraxis sein.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viel Material zu sammeln. Ein paar sorgfältig ausgewählte Fundstücke reichen für unsere kleine Entdeckungsreise völlig aus.

Zu Hause können wir sie noch einmal genauer untersuchen und uns mit ihrem Duft beschäftigen. Wer unterschiedliche Baumarten gesammelt hat, kann sie getrennt voneinander aufbewahren und miteinander vergleichen.

Und wie räuchern wir damit?

Ich verwende dafür gerne ein Räucherstövchen. Wenn Du mehr über diese Art des Räucherns erfahren möchtest, findest Du hier meinen Beitrag Räuchern ohne Rauch. Das Räucherwerk liegt dabei auf einem geeigneten Plättchen oder in einem passenden Schälchen über dem Teelicht, sodass es indirekt erwärmt wird und nicht direkt mit der Flamme in Kontakt kommt.

So können sich die Duftstoffe sanft entfalten, ohne dass das Material wie beim Räuchern auf Kohle verbrannt wird. Gerade bei harzhaltigen Pflanzenteilen lässt sich auf diese Weise wunderbar mit kleinen Mengen und unterschiedlichen Duftnuancen experimentieren.

Und ja: Auch unsere Hunde dürfen dabei ganz entspannt bei uns sein. Schließlich gehört der Duft für mich zur gemütlichen Atmosphäre dazu. Wie intensiv wir räuchern, hängt natürlich vom verwendeten Material, der Menge und der Wärme ab. Ich achte deshalb darauf, dass sich der Duft angenehm und nicht zu aufdringlich im Raum verteilt.

Ein kleines Stück Wald für zu Hause

Für mich steckt in dieser Art des Sammelns mehr als nur die Suche nach einem geeigneten Räucherstoff.

Es ist die Freude am Entdecken. Die Neugier auf unsere heimischen Pflanzen. Die Möglichkeit, einen vertrauten Waldspaziergang einmal mit anderen Augen zu erleben.

Und vielleicht ist es genau das, was ich an solchen kleinen Naturprojekten so mag: Wir müssen nicht weit reisen und keine besonderen Schätze kaufen. Manchmal liegen die interessantesten Dinge direkt vor unseren Füßen.

Beim nächsten Spaziergang lohnt es sich also vielleicht, einmal genauer hinzusehen.

Was liegt da eigentlich zwischen den Nadeln?

Und welcher Duft wartet darauf, von uns entdeckt zu werden?

Viel Freude beim gemeinsamen Streifzug durch den Herbstwald!

Sechs Bäume, sechs unterschiedliche Charaktere

Du möchtest die verschiedenen Nadelbäume und ihre Duftnuancen noch ein wenig näher kennenlernen? Dann lass uns einen genaueren Blick auf unsere Fundstücke werfen.

Denn Fichte, Lärche, Schwarz-Kiefer, Wald-Kiefer, Weißtanne und sogar der Mammutbaum bringen ganz unterschiedliche Eigenschaften mit. Auch beim Duft gibt es einiges zu entdecken, von frisch und aromatisch-harzig bis süßlich-balsamisch und warm-waldig.

Hier kommen sechs kleine Porträts für alle, die beim nächsten Spaziergang vielleicht noch ein bisschen genauer hinschauen und -schnuppern möchten.

Die Fichte – frisch und aromatisch-harzig

Die Fichte (Picea abies) kennen die meisten von uns. Ihre länglichen Zapfen hängen am Baum nach unten und fallen später als Ganzes zu Boden.

Harz finden wir nicht nur als glänzenden Tropfen an der Rinde. Auch an Zapfen und ihren Schuppen kann sich harziges Material befinden.

Der Duft der Fichte erinnert mich an eine frische, klare Waldnote mit aromatisch-harzigem Charakter. Ein Duft, der unmittelbar an Nadelwald denken lässt.

Die Lärche – süß und balsamisch

Die Lärche (Larix decidua) ist unter unseren heimischen Nadelbäumen eine kleine Besonderheit: Sie wirft im Herbst ihre Nadeln ab.

Ihre eher kleinen, eiförmigen Zapfen bleiben dagegen oft über längere Zeit am Baum. Sie sehen ganz anders aus als die langen Zapfen der Fichte.

Beim Duft zeigt sich die Lärche von einer anderen Seite. Ich empfinde ihre Harznote als süß und balsamisch. Weniger die frische, klare Nadelwaldnote, sondern eher eine warme, weiche Duftnuance.

Die Schwarz-Kiefer – süß und balsamisch

Die Schwarz-Kiefer (Pinus nigra) besitzt kräftige, eiförmige Zapfen. An ihrer Rinde können wir besonders gut sichtbare Harzspuren entdecken.

Ihr Harz duftet süß und balsamisch. Eine angenehme, runde Note, die sich von der frischeren Waldnote anderer Nadelbäume unterscheiden kann.

Die Wald-Kiefer – waldig und harzig

Die Wald-Kiefer (Pinus sylvestris) ist ebenfalls eine vertraute Bewohnerin unserer Wälder. Ihre Zapfen sind meist kleiner als die der Schwarz-Kiefer. Bei älteren Bäumen fällt außerdem die charakteristische orangebraune Färbung der oberen Stammrinde auf.

Ihr Duft ist für mich waldig, süßlich-harzig und balsamisch. Eine Duftnote, die man gedanklich sofort mit einem Spaziergang zwischen Kiefern verbinden kann.

Natürlich ist das nur ein erster Eindruck. Je nach Baum, Standort, Jahreszeit und Zustand des Materials kann der Duft unterschiedlich ausfallen. Gerade deshalb finde ich es so spannend, die verschiedenen Arten selbst miteinander zu vergleichen.

Die Weißtanne – fein, harzig und aromatisch

Die Weißtanne (Abies alba) ist eine heimische Nadelbaumart, die sich bei genauerem Hinsehen gut von der Fichte unterscheiden lässt. Ihre Zapfen stehen aufrecht auf den Zweigen und zerfallen bei der Reife direkt am Baum. Deshalb finden wir am Boden normalerweise keine vollständigen, intakten Weißtannenzapfen, wie wir sie von der Fichte kennen.

Harz, Nadeln und Samen bringen jeweils ihre eigenen Duftnuancen mit. Den Duft der Weißtanne empfinde ich als fein, harzig und aromatisch. Ihre Samen überraschen mit einer frischen Note, die an grüne Mandarine erinnert.

Auch hier lohnt es sich, genauer hinzusehen: Welche Pflanzenteile finden wir tatsächlich am Boden? Und was unterscheidet die Tanne von den anderen Nadelbäumen, denen wir auf unserem Spaziergang begegnen?

Der Mammutbaum – ein besonderer Fund

Der Mammutbaum (Sequoiadendron giganteum) fällt schon durch seine imposante Erscheinung auf. Ursprünglich stammt er aus Kalifornien, wird aber auch bei uns in Parks und größeren Gärten angepflanzt. Wer einen solchen Baum entdeckt, begegnet also einem ganz besonderen Vertreter der Nadelgehölze.

Seine Zapfen sind kompakt und eiförmig. Auch an Nadeln, Holz und harzigem Material lässt sich der Baum näher erkunden.

Die Duftbeschreibung aus meiner Aromaarbeit geht in eine andere Richtung als die der heimischen Nadelbäume: grün, warm, moosig und tief. Für mich ist das eine erdende, ruhige Duftcharakteristik, die zugleich etwas Aufbauendes und Kraftvolles vermittelt.

Der Mammutbaum zeigt uns, dass unsere Entdeckungsreise nicht zwingend an den Grenzen heimischer Baumarten enden muss. Manchmal wartet ein außergewöhnlicher Fund auch in einem Park oder auf einem Spazierweg, den wir schon lange kennen.

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Wer hinter Man and Dog steckt

Ich bin Andrea Frost. Seit über 20 Jahren beschäftige ich mich mit der Gesundheit und dem Verhalten von Hunden. Mich interessiert nicht nur, was ein Hund zeigt, sondern auch, welche Zusammenhänge dahinterstecken können.

In meinem Buch „Die verborgenen Fäden – Ein neuer Blick auf Verhalten, das verstanden werden will“ lade ich dazu ein, Verhalten aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

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